#1 Nachhaltigkeit – jetzt.

Reiten wir doch noch ein wenig auf dem Stichwort Nachhaltigkeit herum. Warum? Bloggen in Echtzeit. Die Nachrichten im Radio:

….80 Kilo Gramm Lebensmittel werfen die Deutschen pro Kopf in den Müll, die Schätzung der Gesamtmenge an verschwendeten Lebensmitteln liege bei 6,5 bis 20 Millionen  Tonnen im Jahr. Verbraucherministerin Ilse Aigner will am Nachmittag eine Studie zur Lebensmittelverschwendung vorlegen – in diesem Kontext sei eine Aufklärungsaktion über das Mindesthaltbarkeitsdatum geplant… (vgl.: Nachrichten auf 917xfm, 13. Mär. 12, 9.00 Uhr)

 

Ja, liebe Leute, da haben wir den Salat. Und nun sage doch noch mal einer, er kann das mit der Nachhaltigkeit nicht mehr hören. Und im nächsten Schritt hält mal jeder inne und überlegt sich, wieviel er selber an Lebensmitteln wegwirft und vor allem warum.

Aufklärung über das Mindesthaltbarkeitsdatum gut und schön, aber damit ist es ja nicht getan. Ich denke, die meisten wissen doch mittlerweile, dass der Begriff Mindesthaltbarkeitsdatum wörtlich genommen werden kann und man sich vielleicht auch einfach mal auf seine Nase und Geschmackssinn verlässt, ob der Joghurt oder die Milch sauer ist.

Aber die Frage, die wir uns mal wirklich, wirklich stellen müssen ist doch: Warum laufen Lebensmittel unbemerkt, ungesehen, unberührt im Kühlschrank oder im Vorratsschrank einfach ab? Doch wohl deshalb, weil wir so beschissen inflationär mit eben diesen umgehen. Weil wir Lebensmittel oft nicht wertschätzen, sondern oft einfach erst mal einkaufen. Man kennt das ja: Nach Feierabend noch mal eben schnell zum Supermarkt, genervt vom Tag, müde und vor allem hungrig. Also kaufen, kaufen, kaufen wir – ist ja auch gut und günstig und zu Hause denken wir: Na, das hat sich doch wieder gelohnt. So viel Kram für so wenig Geld. Stark.

Am nächsten Tag stellen wir fest, dass wir eigentlich nur gestern Bock auf Erdbeerjoghurt hatten, jetzt aber zehn Stück davon im Kühlschrank haben. Waren auch gerade im Angebot, da wäre man doch schön blöd, die nicht auf Vorrat zu kaufen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Leider stellen wir fest, dass wir die ganze Woche keinen Bock auf scheiss Erdbeerjoghurt haben und sowieso war der Kirschjoghurt im anderen Supermarkt auch gerade im Angebot und weil wir da gerade waren und den Erdbeerjoghurt zu Hauseauch irgendwie nicht mehr auf dem Zettel hatten, haben wir natürlich zugeschlagen.

Und nu sitzen wir am Wochenende zu Hause. Die Fruchtjoghurts diverser Hersteller stehen im Kühlschrank, aber ist ja Wochenende, da kann man ja mal lieber schön was kochen, als schnell im Stehen den Joghurt zu inhalieren.

Undsoweiterundsofort. Kennen die meisten von uns und natürlich kann ich mich nicht komplett davon ausnehmen. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass wir auch hier Umdenken. Und nicht nur denken und darüber reden, sondern dann auch machen. Handlungsfähigkeit ist das Stichwort.

Wie war das denn zum Beispiel früher bei Oma ( ich denke, soweit muss man nicht mal zurükgehen) – da wurden Sachen nicht weggeschmissen. Denn Lebensmittel wurden noch wörtlich genommen. Also wurde erst mal gegessen, was auf den Tisch kommt und alles was nicht gegessen wurde, gab es dann in anderer Form am nächsten Tag. Eintopf, Arme Ritter, Bratkartoffeln. Alles Dinge, die durchaus essbar, oder sogar – huch – lecker sind.

Eigentlich wollte ich Euch hier und heute Einblicke in die Nachhaltigskeitstheorie geben und mit Euch die Früchte meiner langen Recherchearbeit teilen, aber da muss man jetzt auch mal flexibel sein und „butter bei die Fische“ Klartext reden. Theorie kommt auch noch – keine Sorge. Aber vielleicht ist es an dieser Stelle auch ganz sinnvoll, nach Möglichkeiten zu suchen, der Verschwendung von Lebens(!!)mitteln entgegen zu wirken. Und zwar in Form von Rezepten.

Also, umentschieden: ich werde ab sofort nach Tipps zur Lebensmittelresteverwertung suchen und Euch hier präsentieren.

In diesem Sinne: Kampf der Verschwendung!

 

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5 Antworten auf #1 Nachhaltigkeit – jetzt.

  1. Brüning-Siemer Ingrid sagt:

    ich sag nur Butterblume…oder welches Kind weiß noch welch wunderbare Gebilde aus den Stielen des Löwenzahns enstehen wenn man die Stiele erst vorsichtig
    anschneidet und dann im Wasser schwimmen lässt – wie Erdbeeren schmecken-frisch gepflückt ganz warm von der Sonne. Lest mal bei footwatch wie überzuckert und künstlich aromatisiert gerade speziell für Kinder hergestellte Produkte sind.Schön bunt verpackt viel Geld für verkitschte Werbung ausgegeben und schon
    rollt der Euro-da kannste mit Äpfeln und Bananen nicht mithalten.
    Das musste jetzt einfach mal gesagt werden.Schönen Sonntag noch.Ingrid

    • diesiemer sagt:

      ja, das stimmt – vor allem geht das wissen um solch einfache dinge wie die butterblumen-gebilde auch mehr und mehr verloren. es muss immer alles neu und innovativ sein, aber was ist mit dem wissen, das schon da ist?
      fairerweise muss man an dieser stelle sagen, dass nicht jedes kind das glück hatte, mit obst und gemüse im garten aufzuwachsen – dennoch: eine kritische und reflektierte auseinandersetzung mit dem, was man konsumiert ist gerade heute extrem angebracht. zu dem thema auch wieder heute morgen nachrichten: laut einer greenpeace studie werden unsere gewässer immer mehr durch chemikalien aus in asien hergestellten textilien verseucht, die wir dann in unserer waschmaschine waschen. schönen gruß an primark und co. hab euch den artikel mal rausgesucht:
      http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/import_textilien_setzen_beim_waschen_chemikalien_frei/

  2. Pingback: back to Eintopf | rezepteaufreise

  3. Jörg Hachfeld sagt:

    Wer kennt es nicht? In den Printmedien wird es seit Jahren thematisiert, dass wir uns im Zeitalter des Fastfoods und des Bewegungsmangels gesünder ernähren sollen. Aus diesem Grund kaufen viele bei ihren Einkäufen Obst und Gemüse. Nur alleine der Gedanke und die Tatsache des Kaufs an sich, beinhaltet noch keine gesunde Ernährung. Der gute Wille und das schlechte Gewissen verleiten schnell dazu 4 und mehr Obstsorten auf einmal mit nach Hause zunehmen. Spätestens am 2. Tag stellt sich das Gefühl ein, man würde sich gesund ernähren und das meiste Obst verdirbt.

    Hat man wirklich etwas für seine Gesundheit getan? Warum gehen wir nicht jeden Tag ein bisschen Obst einkaufen? So wird jedem täglich bewusst, wie wertvoll die eigene Gesundheit ist. Das gesparte Geld, welches bildlich gesehen nicht verdorben ist, könnte man zudem in nachhaltige Lebensmittel investieren und zum Beispiel in Biomärkten einkaufen.

    Vergeht im 21. Jahrhundert die Zeit schneller als vor 50 Jahren und wir meinen keine Zeit für einen täglichen Einkauf zu haben, zu finden? Was ist wertvoller als die eigene Gesundheit und sich dafür Zeit zu nehmen?

    • diesiemer sagt:

      absolut! total deiner meinung. es stellen sich nur mehrere probleme, die von vielen gerne als gegenargumente genommen werden:
      1. zeit – wir haben doch keine davon. alles muss schnell gehen, zackzack, am besten gestern und warten an der kasse ist für die meisten ein graus. ich will mich davon nicht ausnehmen, bei mir muss auch immer alles schnell gehen. trotzdem versuche ich, nur das zu kaufen, was ich auch wirklich brauche.
      und abgesehen davon kann man die zeit des wartens auch sinnvoll nutzen, zum beispiel mal wieder atmen, leute beobachten, gedanken schweifen lassen…oder sich bei jedem der wartenden eine geschichte überlegen, passend zu den einkäufen…

      2.geld – ham wir ja bekanntlich auch alle nicht, ich auch nicht. ist aber keine ausrede, billige, unter schlimmen bedingungen hergestellte lebensmittel zu kaufen. denn wie du schon sagtest, kein wegwerfen – geld gespart. und oft sind lebensmittel im biomarkt gar nicht teurer, als im konventionellen markt. beispiel von heute: möhren bei rewe, wohlgemerkt aus portugal (als ob es hier keine geben würde..) 1,49 euro vs. möhren bei denns aus deutschem anbau, 1,49 euro. naaa???

      3. eigene gesundheit – die wird ja bekanntlich auch von vielen übergegangen. gesund ist man, oder eben nicht. und wenn nicht, man sich zum beispiel schlapp fühlt, kann man das aufs wetter oder die jahreszeit schieben. mal was an der lebensweise ändern? nee, det is ja mit anstrengung, weil selbstreflexion, verbunden. zum glück werden die stimmen einer gegenbewegung immer stärker – ich hoffe weiter auf einen gesellschaftlichen richtungswechsel. in ansätzen ist der ja schon zu erkennen :)

      in diesem sinne, kampf dem wegwerfwahn!

      eure catharina

      p.s.: leudde denkt an den gutschein ++++gewinne+++gewinne+++gewinne++++

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